Andacht April 2018

 

Ent-täuschung -

eine Möglichkeit den besseren Weg zu gehen......

"...brannte nicht unser Herz...?"

 

 

 

Das hätte alles so gut werden können.

Sie haben es es praktisch mit den Händen greifen können: Jesus war der, auf den man schon lange gewartet hat. Zeichen und Wunder machten deutlich wie sehr Gott selbst mit ihm war. Er war sich nicht zu fein den anderen die Füße zu waschen. Er hat sich über die Händler und Preistreiber im Gotteshaus erbost und mit den Pharisäern hat er sich angelegt. Wer anderes als Jesus könnte der neue König werden.

Die Jünger aus Emmaus waren lange genug mit Jesus gegangen, um zu verstehen, dass er der Sohn des Allerhöchsten ist. Nun ist die Zeit des neuen Königreichs angekommen...........die Euphorie ist zum Greifen nahe....

 

 

Doch, es kam anders....keine 48 Stunden und die Seifenblasen zerplatzen... Ankündigung der Verleugnung....Verrat des Judas.... Gefangennahme.... Verspottung.... Folter.... Kreuzigung...... Das Kartenhaus der Träume fällt zusammen....die Enttäuschung ist groß.....

 

Ent-Täuschung...... Wir können uns hineinfühlen, denn wir kennen Enttäuschungen.... in der äußeren Gestalt bringen wir es mit hängenden Schultern und trauriger Miene zum Ausdruck. Der innere Mensch ist zerrüttet und niedergeschlagen.... alle Motivation ist weg.... Wie stark diese Dynamik ist, merken wir an Fußballspielern, die zwei Tore in einem wichtigen Match zurückliegen. Der größte Widerstand ist nicht die Gegenmannschaft, sondern die eigene innere Haltung.

Ent-Täuschung.....sie ist das Risiko jeden Projektes oder jeder Initiative....es ist nicht immer Gold was glänzt....manchmal ist es auch die Träne, die man weint, weil es anders gekommen ist als man denkt.

 

In der Mediation sagt man: in jeder Krise liegt auch eine Chance. Ob in den Feldern der Entwicklungshilfe oder in anderen Glaubensprojekt oder in Projekten der eigenen Selbständigkeit.....eine Situationsänderung muss nicht immer auch gleich mit einer Niederlage verbunden sein. Manchmal tun sich neue Wege auf....; manchmal regt uns die neue Situation zu neuem Denken an. Bei den enttäuschten Jüngern aus Emmaus steht der nachhaltige Eindruck, der sie neu aufbrechen lässt: „Brannte nicht unser Herz als er uns die Worte der Bibel erläuterte?“

 

Das brennende Herz ist ausschlaggebend für einen neuen Aufbruch. So gelingt es ihnen wieder in den Kreis der Seinen zurück zu kehren. Das Wort Gottes ist dabei ein wichtiger Mutmacher. Denn ein wichtiger Teil des Evangeliums bleibt die Umkehr. Möge uns diese innere Haltung bewahrt bleiben.

 

 

 

 

 

Diakon Jörg Kerner