Andacht

In

Gottes

Hand

nichts ist selbstverständlich

Selbstverständliches zu schätzen und dafür dankbar zu sein, ist wie ein fester Untergrund für das Leben. Wer einmal erlebt hat, wie der Grund des Bodens wackelig und haltlos wurde, ist froh über einen Boden der trägt.

Es sind viele Dinge, die wir selbstverständlich nutzen und uns auf ihr vorhanden sein wie selbstverständlich verlassen. Wasser in keimfreiem Zustand fließend aus dem Wasserhahn ist erst durch großem Aufwand der Wasserbetriebe möglich. Satte Auslagen in den Supermarkt-Theken haben lange Produktionsketten hinter sich, ehe sie hastig verzehrt werden. Die Energiebedarfe steigen stetig, obwohl die Ressourcen weltweit immer knapper werden.

Wir brauchen nur den Schalter hoch zu drücken oder den Hahn aufzudrehen dann stehen uns die Ressourcen wie selbstverständlich zur Verfügung .

Wenn sich dann plötzlich eine Störung einstellt, sind wir verunsichert.

Manchmal lassen wir uns zu Meckern und Klagen verleiten, wenn mal etwas anders verläuft, als wir es gewohnt sind.

Wenn wir uns alles Gute wünschen, schieben wir oft den Nachsatz „und besonders viel Gesundheit“ hinterher. Gesundheit ist für Viele das höchste Gut im Leben. Wenn sich eine Krankheit einstellt, ist oft nichts mehr selbstverständlich. Wir sind dann verunsichert, manchmal kraftlos und wissen nicht weiter.

An diesem Punkt spätestens wird mir wieder spürbar deutlich, wie sehr doch mein Leben in Gottes Hand liegt. Nichts ist selbstverständlich.

Mir wird klar,dass Seine Kraft nicht aus dem Beweis seiner offensichtlichen, sichtbaren Macht liegt.

 

Gott beweist sich für mich nicht darin, dass er den selbstverständlichen Zustand wieder herstellt. Mir wird gerade in der Unsicherheit meines behüteten Lebens deutlich, wie sehr seine Güte mich trägt.

Unsichtbar und wie selbstverständlich hält er seine Hand über mir.

Und besonders in den Zeiten der Verunsicherung, wenn der Boden unter den Füßen wackelig und haltlos scheint, will Gott uns Halt geben. Er hält uns seine Hand hin. Wer will ihm dann widerstehen?

Diakon Jörg Kerner

Schriftführer MMH