Dr.Gerd Propach am 27.6.2017 verstorben

 

 

 

 

Sein Herz schlug für die Menschen in Tansania. Wenn man ihm begegnete, hatte man den Eindruck seine Gedanken sind in Bugamba, dem Fischerdorf am Tanganyikasee. Nach langer schwerer Krankheit verstarb am 27.06.17 Dr. Gerd Propach im Kreis seiner Familie.

 

Seit seiner Studentenzeit galt sein Interesse der Gesundheitsversorgung der armen Bevölkerung in Afrika. Daraus wurde eine Leidenschaft, die sich in seinem persönlichen Lebensweg niederschlug.

 

Als junge Familie machten sich die Propachs 1989 auf den Weg nach Matiazo in die Kigoma-Region in Tansania, wo Dr. Propach die Verantwortung für ein Health-Center der Neukirchner Mission übernahm. Mit seiner Frau und seinen Kindern wagte er den Schritt in die tansanische Kultur. Die Herausforderung der medizinischen Arbeit im ländlichen Tansania und die gute Zusammenarbeit mit den einheimischen Mitarbeitern bestimmten seine Vision von einer selbstverantworteten lokalen Gesundheitsversorgung. Geprägt von der Tübinger Mission war sein Augenmerk auf die nachhaltige Gesundheitsarbeit gerichtet (Primary Health Care).

 

Nach fünfjährigem Afrikaaufenthalt gründete Dr. Propach mit guten Freunden 1993 die “Medizinische Missionshilfe e.V.“ mit Sitz in Aachen. Es war von Beginn an eine von tansanischen Mitarbeitern verantwortete medizinische Arbeit. Mit seinem Freund Gideon Kibambai, der als Medical Assistent die Aufgaben vor Ort verantwortet, hatte Dr. Propach einen verlässlichen Partner gefunden, mit dem er die einfache medizinische Grundversorgung in einem Dorf am Tanganyika-See voranbrachte. Das Dorf Bugamba ist von der Infrastruktur weitgehend abgeschnitten. Es gibt keine Straßen und im Umkreis von 40 km existierte keine Gesundheitsversorgung. Mehr als 12 000 Menschen werden von dieser Station jährlich versorgt.

 

In seiner Freizeit trieb er unermüdlich die Arbeit voran, entwickelte Ideen, suchte nach Unterstützung für die zahlreichen Projekte, die Gideon Kibambai und sein Team realisieren wollten. Das fing in seiner Wißmarer Kirchengemeinde an, die ihn als authentischen und präsenten Menschen erlebte, und hörte noch lange nicht bei seinem Interesse an aktuellen weltweiten Veröffentlichungen zum Thema „Heil und Heilung“ auf.

 

Mit viel Mühe und Akribie hat sich Dr.Propach über ein regelmäßig erscheinendes Infoblatt mit fachlich qualifizierten Berichten zur Lage in Tansania und zur Problematik im Gesundheitsbereich an Interessierte und Mitglieder des Vereins gewandt. In anschaulichen Geschichten konnte er Leser in die Arbeit mit einbeziehen.

 

Als Vorstandsvorsitzender, Visionär und Arzt knüpfte er am Netzwerk Afrika unermüdlich seine Fäden zu entwicklungspolitischen Organisationen und Kirchen in Tansania. Seine mehrfachen Reisen in die “alte Heimat” nach Tansania waren oft mit rührenden Begegnungen ehemaliger Patienten gespickt. So kam bei der letzten Reise eine alte Frau auf ihn zu und küsste mit Tränen seine Hände. Vor über 25 Jahren hatte Dr. Propach sie operiert und eine lebensbedrohliche Situation abwenden können.

 

Hier in Deutschland hatte Dr. Propach noch viele Jahre für den Medizinischen Dienst des Landes Hessens gearbeitet.

 

Bescheiden war er, ein Mann, der lieber im Hintergrund blieb. Aber jeder, der ihm begegnete, spürte: Hier ist ein Mensch an meiner Seite, der nichts anderes will, als dass die Liebe Gottes bei den Menschen ankommt.

Der Vorstand und die Mitglieder des Vereins sowie die Kirchengemeinde in Wißmar sind dankbar für alle Begegnungen mit Dr. Gerd Propach. Sein segensreiches Wirken ist uns Verpflichtung in seinem Sinne weiter zu handeln.

 

Vorstand der Medizinischen Missionshilfe e.V.  (MMH)